Als eines von fünf Kindern der Eheleute Johannes und Luise Schmalz wuchs Artur Schmalz in Glatten auf. Von Kindesbeinen an erlebte er den Aufbau, die Produktion und Entwicklung der damaligen Rasierklingenfabrik seines Vaters. 1929 legte er im elterlichen Unternehmen seine Ausbildung zum Mechaniker ab. Danach folgte sein Maschinenbaustudium an der Fachhochschule in Esslingen, das er 1935 erfolgreich abschloss.
Nach dem Studium arbeitete der junge Ingenieur bei Mauser in Oberndorf, um ab Herbst 1939 seinen Vater im Unternehmen zu unterstützen. Seine Einberufung zum Wehrdienst wurde während des Krieges durch mehrere Verletzungen und Erkrankungen unterbrochen. 1945 übernahm er dann das Unternehmen seines mittlerweile erkrankten Vaters.
Nach dem Krieg wurden die Rasierklingen nach und nach vom elektrischen Naßrasierer abgelöst. Artur Schmalz erkannte, dass er neue Produkte suchen und entwickeln musste. Er selbst zeichnete sich durch ein großes technisches Wissen und eine äußerst praktische Veranlagung aus. Sein technisches Geschick wurde mehr als einmal mit einem Preis belohnt. Nicht zuletzt gab seine Erfindung des Stützrades für Anhänger erste Impulse für die weiteren Entwicklungen des Unternehmens. Er stellte die Produktion von den ursprünglichen Rasierklingen auf Fahrzeuge und Transportgeräte um. Es folgte die Produktion von Anhängern für Traktoren, Postwagen für die Paketzustellung sowie Flugzeug- und Cockpittreppen. Mit dem Lacktrockenwagen im Baukastensystem und vielen anderen Transportwagen kamen zusätzliche Produkte ins Programm, die bis heute ein Bestandteil der Produktpalette sind.
Artur Schmalz prägte das Unternehmen mit seinem Einsatz maßgeblich und legte den Grundstein für die heutige J. Schmalz GmbH.
Heute ist das Unternehmen mit weltweit rund 600 Mitarbeitenden und seinen 16 Gesellschaften im Ausland eines der erfolgreichsten Unternehmen der Region. Das heutige Kerngeschäft, die Produktion und der Vertrieb von Vakuum-Technik ist überall dort ein Begriff, wo Werkstücke im Produktionsprozess bewegt, ergonomisch transportiert oder gespannt werden.
Artur Schmalz und seine Ehefrau Elfriede heirateten 1953 in Ludwigsburg. Seine Ehefrau war ihm eine liebevolle Partnerin und stand ihm auch im Betrieb tatkräftig zur Seite. Der Tod seiner lieben Ehefrau im Dezember 2005 war für ihn ein großer Verlust. Das Ehepaar hat drei Kinder, eine Tochter Gabriele Schedler, die ausgebildete Pädagogin ist und die beiden Söhne Dr. Kurt und Wolfgang Schmalz, die das Unternehmen heute leiten. Zur Erholung und Entspannung arbeitete Artur Schmalz gerne im Familienwald. Seine Verbundenheit zur Natur und Land- und Forstwirtschaft hat er auch auf die nachfolgenden Generationen übertragen. Das Segelfliegen war über 60 Jahre lang seine große Leidenschaft und mit dem Skilanglauf hielt er sich bis ins hohe Alter fit. Im Alter von 83 Jahren absolvierte er seinen letzten Marathonlauf.
Bis zum Anfang seines 95. Lebensjahres war Artur Schmalz täglich in seinem Büro, bis zuletzt verfolgte er die Geschäfte mit großem Interesse und war stets ein unermüdlicher Ratgeber.