Auch die Römer nutzten Mühlen und die Araber erbauten Staudämme. Später diente die Wasserkraft hauptsächlich zum Betrieb von Hammerschmieden und den Waldarbeitern zum Transport von Holz ins Tal, bis die aufblühende Industrie des 19. Jahrhunderts zu Wasserturbinen überging.
Seit nunmehr fast 100 Jahren dient die Wasserenergie vor allem zur Stromerzeugung - heute wird weltweit rund ein Fünftel des Stromes mit Wasserkraft erzeugt. Die Umwandlung von Bewegungsenergie in Strom funktioniert im Prinzip immer gleich: Das in einem Gewässer fließende oder in Röhren nach unten fallende Wasser setzt eine Turbine in Bewegung. Diese treibt einen Generator an, der Rotationsenergie in Strom umwandelt. Wieviel Elektrizität dadurch gewonnen wird, hängt von der Menge des fließenden Wassers sowie dem Gefälle ab.
Auch die Firma Schmalz setzt seit der Firmengründung 1910 (erste Nennung der Anlage bereits im Jahr 1851) auf die Kraft des Wassers. Nach dem Beschluss zur Reaktivierung der in 2001 stillgelegten Durchströmturbine im vergangenen Jahr erfolgten die Baumaßnahmen. Die Turbine wurde generalüberholt und in den neuen Turbinenstandort an der Glatt integriert. Mit einem Volumen von 780 l/s, einer Fallhöhe von 4,85 m und einer Stromerzeugung von ca. 150.000 kW/h pro Jahr (bei einer Nennleistung von 36 kW) wird Schmalz den Ausstoß von CO2 um 124 t pro Jahr reduzieren. Dies entspricht ca. 824.000 km mit einem Pkw. Der hier erzeugte Strom wird bereits seit dem 5. Januar 2008 in das betriebsinterne Netz eingespeist.
Ein weiterer Bestandteil der Wasserkraftanlage ist das große Regenwasserrückhaltebecken, mit dem Regenwasser aufgefangen und langsam über die Wasserkraftanlage an die Glatt zurückgegeben wird. Damit schafft Schmalz einen Ausgleich für die anstehenden Flächenversiegelungen, die im Rahmen der Hallenerweiterung in diesem Jahr anfallen werden. Neben dem Regenwasserrückhaltebecken wurde zudem ein ca. 3.500 qm großes Biotop mit integriertem Fischaufstieg bei der Wehranlage geschaffen, das für die Mitarbeitenden zur Erholung sowie der Öffentlichkeit im Rahmen des Öko-Lehrpfades zugänglich gemacht wird.